„Wer weiß, woher etwas kommt, weiß, was es wert ist“
Herkunft ist für mich kein abstrakter Begriff. Unser Unternehmen wurde 1906 im Emsland gegründet – von meinem Ur-Großvater, als kleine Dorfschmiede. Bis heute sind wir ein Familienunternehmen geblieben, an demselben Ort, mit denselben Wurzeln. Ich weiß deshalb aus eigener Erfahrung: Wer weiß, woher er kommt, weiß auch, wohin er will.
Genau das verbindet uns mit der Landwirtschaft. Die allermeisten Höfe, mit denen wir arbeiten, werden seit Generationen von Familien geführt. In Österreich vielleicht noch stärker als anderswo – kleinstrukturiert, oft im Grünland, häufig in Lagen, in denen Landwirtschaft alles andere als bequem ist. Diese Betriebe halten Landschaften offen, sichern Versorgung, schaffen Arbeitsplätze und prägen ganze Regionen. Man sieht ihre Arbeit jeden Tag auf dem Teller – und nimmt sie doch selten bewusst wahr.
Diese Selbstverständlichkeit ist das eigentliche Problem. Sie führt dazu, dass wir eine Leistung unterschätzen, die unser tägliches Leben trägt. Landwirtschaft ist keine Nische, sondern Grundlage. Und sie verdient dieselbe Anerkennung wie jede andere Leistung, auf die eine Gesellschaft angewiesen ist.
Dass die Anforderungen wachsen, ist offensichtlich: Klima, Kosten, Regulierung, Personal. Ich sehe aber genauso, wie viel Bewegung in dieser Branche steckt. Digitalisierung, präzisere Technik, bessere Daten – all das schafft heute Möglichkeiten, die vor zehn Jahren undenkbar waren. Ertrag und Ressourcenschonung sind längst kein Widerspruch mehr.
Für uns als Landtechnikhersteller ergibt sich daraus eine klare Verantwortung. Technik ist kein Selbstzweck. Sie muss den Menschen auf den Höfen dienen: Arbeit erleichtern, Qualität sichern, Betriebe wirtschaftlich zukunftsfähig halten. Wir entwickeln keine Maschinen für Prospekte, sondern für Menschen, die morgens um fünf im Stall stehen. Was wir bauen, entsteht deshalb im Dialog mit denen, die damit arbeiten.
Herkunft schafft Vertrauen – bei Maschinen wie bei Lebensmitteln.
Wer weiß, woher etwas kommt, kann bewusst entscheiden.
Diese Orientierung wünschen sich immer mehr Menschen, und sie ist der beste Ausgangspunkt für ein neues Verständnis zwischen Stadt und Land.
Deshalb unterstütze ich diese Initiative gern. Nicht, weil Landwirtschaft Mitleid bräuchte – sondern weil sie Sichtbarkeit verdient. Wer versteht, wie viel Wissen, Verantwortung und Arbeit hinter einem Liter Milch steckt, wird ihn anders im Regal stehen sehen. Und genau darin liegt die Zukunft: in einer Gesellschaft, die weiß, was sie an ihrer Landwirtschaft hat.