Der Ernährungswissenschaftler Dr. Malte Rubach hat nach Stationen in Gießen, San Diego und Madison im Bereich der Kaffeeforschung an der Technischen Universität München promoviert. Er ist ein gefragter Experte, wenn es rund um die Themen Lebensmittel, Ernährung, Nachhaltigkeit und Innovation geht.
Seine Arbeiten wurden in internationalen Fachzeitschriften und Fachbüchern veröffentlicht sowie in Publikumsmedien wie der The New York Times und der Folha de S.Paulo.
Als Buchautor schrieb er unter anderem „Die Ökobilanz auf dem Teller – Wie wir mit unserem Essen das Klima schützen können“ sowie „Warum es uns kümmern sollte, wenn in China ein Sack Reis umfällt – Die Ernährung der Zukunft“, erschienen beim S. Hirzel Verlag. Als Referent ist es ihm eine Herzensangelegenheit Ernährungsmythen neutral und objektiv aufzuklären.
„Ohne Herkunft keine Zukunft“ – dieser Satz ist mehr als ein Motto.
Er ist eine Erinnerung daran, dass Landwirtschaft nicht nur Nahrung liefert, sondern unsere gesamte Lebenswelt durchzieht. Wer über Landwirtschaft spricht, spricht über Klima, Wasser, Energie, Arbeit und Kultur.
Auch die österreichische Landwirtschaft ist dabei ein Schlüsselakteur, denn wie in jedem Land der Welt gilt auch für sie: Sie produziert Lebensmittel, schafft Arbeitsplätze, erhält Kulturlandschaften und stabilisiert regionale Kreisläufe. Doch ihre Bedeutung wird oft unterschätzt – gerade, weil wir sie täglich konsumieren, ohne es bewusst wahrzunehmen.
In meinem Buch „Die Ökobilanz auf dem Teller – Wie wir mit unserem Essen das Klima schützen können“ habe ich gezeigt, wie eng unsere Ernährung mit ökologischen Grenzen verknüpft ist. Ein Beispiel:
Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch verursacht laut Water Footprint Network bis zu 15.415 Liter Wasser im globalen Durchschnitt aller Haltungssysteme. In Österreich beträgt die Menge bereits nur noch 8.300 Liter. Wichtig zu wissen ist, dass in beiden Fällen der Anbau von Futtermitteln zu diesem Wasserverbrauch beiträgt, jedoch 94 Prozent des Wassers aus Niederschlägen stammt und nur ein kleiner Teil aus künstlicher Bewässerung mit Frischwasser.
Doch während weltweit 70 Prozent des Frischwasserverbrauchs durch die Landwirtschaft verursacht wird, sind es in Österreich laut AQUASTAT gerade einmal 0,16 Prozent.
Nicht nur der Wasserverbrauch unterscheidet sich also drastisch, sondern auch die Entnahme von Frischwasserreserven zur Lebensmittelerzeugung, die in Konkurrenz mit anderen wichtigen Grundbedürfnissen des Menschen steht, wie zum Beispiel sanitäre Zwecke. Importierte Produkte aus wasserarmen Regionen belasten daher globale Wasserzyklen stärker, während regionale Lebensmittel lokale Wasserkreisläufe stützen.
Diese Fakten machen deutlich: Jede Mahlzeit ist eine Entscheidung über Landschaft, Klima, Wasser und Menschen. Wer regionale Produkte wählt, unterstützt nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern auch Biodiversität und Ressourcenschutz vor Ort, ohne sie anderswo zu gefährden.
Das ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Für die Gesellschaft, für die Umwelt – und für uns selbst. Publizistisch zugespitzt heißt das:
Wir alle sind Teil der Landwirtschaft. Ob beim Frühstücksbrot, beim Abendessen oder im Urlaub auf dem Land – unsere Entscheidungen prägen die Zukunft. Regionale Herkunft von Lebensmittel kann deshalb ein Schlüssel sein, um globale Herausforderungen auch lokal zu lösen.
Die größten plant-based Ernährungs-Mythen – Malte Rubach | Droemer Knaur
88 Ernährungs-Mythen – Malte Rubach | Droemer Knaur
Warum es uns kümmern sollte, wenn in China ein Sack Reis umfällt | S. Hirzel Verlag