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Gedanken zum Weltmilchtag

In Österreich ist rund die Hälfte der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche Grünland.

Nur die Kuh und andere Wiederkäuer können Gras in Milch aber auch in hochwertiges Fleisch verwandeln und ganz nebenbei eine Kulturlandschaft entstehen lassen, die hochgelobt und viel geschätzt ist.

Professor Windisch (TU München) betont immer wieder, dass Wiederkäuer wie Kühe in der Lage sind, Nährstoffe aus für den Menschen unverwertbarer Biomasse – etwa Gras, Heu oder Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung, in hochwertige Lebensmittel umzuwandeln.

Gerade in Regionen mit hohem Grünlandanteil, wie in großen Teilen Österreichs und Süddeutschlands, ist diese Fähigkeit essenziell. „Die Kuh ist kein Nahrungskonkurrent des Menschen“, so Windisch, „sondern ein Veredler von Rohstoffen, die wir sonst nicht nutzen könnten.“ Damit trägt die Milcherzeugung zur Ernährungssicherung bei, ohne auf Ackerflächen zuzugreifen, die für der Anbau menschlicher Nahrung besser geeignet wären.

Auch der Wirtschaftswissenschaftler Peer Ederer, der sich intensiv mit globaler Ernährungssicherheit beschäftigt, verweist auf den hohen Nährwert tierischer Produkte wie Milch im Verhältnis zu ihrem ökologischen Fußabdruck. In einem globalen Ernährungssystem, das sowohl nachhaltig als auch nährstoffreich sein muss, kommt tierischen Produkten, laut Ederer, eine Schlüsselrolle zu – besonders, wenn sie effizient und lokal erzeugt werden.

Milchprodukte spielen hier eine doppelte Rolle: Sie bieten nicht nur Zugang zu essentiellen Nährstoffen, sondern tragen zur wirtschaftlichen Stabilität ländlicher Regionen bei, fördern Biodiversität durch extensive Weidewirtschaft und stärken regionale Wertschöpfungsketten.

Jede Kaufentscheidung definiert: wie, wo und unter welchen Bedingungen Milchprodukte produziert werden!

Betrachtet man den österreichischen Milchmarkt im Ganzen – also inklusive Importen, Exporten und verarbeiteten Produkten wie Käse oder Butter – liegt der tatsächliche Selbstversorgungsgrad lediglich bei 112 bis 115 %. Ein Blick in den Jahresmarktbericht 2023 (Quelle: AMA, Stand 2024 noch nicht verfügbar) zeigt zudem: In Österreich wurden rund 48.000 Tonnen Butter verbraucht, aber nur etwa 34.000 Tonnen produziert. Das bedeutet, dass täglich rund 1,6 LKW- Ladungen Butter importiert werden müssen, um den Bedarf zu decken. Oftmals wird für den Selbstversorgungsgrad bei Milch aber der Wert von Trinkmilch herangezogen. Diese Zahl von über 170% ließe den Schluss zu, dass in Österreich viel zu viel Milch produziert würde. Die oben genannten Zahlen machen jedoch deutlich, dass der vermeintliche Überschuss tatsächlich nur ein kleiner Puffer punkto Selbstversorgungsgrad ist!

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Weltmilchtag