Was uns Bewegt

Skandal um Rosi…

… Donatella und Uta

Wo? Wann? Welcher Skandal? Je reißerischer desto besser?

Welche Form der Landwirtschaft ist für euch noch sichtbar? Kann es sein, dass ihr jene Betriebe seht, die Urlaub am Bauernhof anbieten? Seht ihr jene Betriebe, die Landwirtschaft nach Demetervorgaben betreiben? Nehmt ihr die Bäuerinnen und Bauern wahr, die ihr Glück und auch ihren Erfolg in der Direktvermarktung gefunden haben?

Seht ihr auch jene, die vielleicht im Nebenerwerb wirtschaften und jede freie Minute vom Beruf in der Landwirtschaft arbeiten? JA? Dann seht ihr vermutlich auch die wenigen Betriebe, die mit einer Negativschlagzeile in den Medien landen…die Hintergründe aber seht ihr nicht.

Doch was liegt dazwischen? Was liegt zwischen schwarz und weiß? Wer hebt diese bunte Vielfalt an Betrieben wieder hervor? Die Landwirtschaft, die ganz selbstverständlich ihre Arbeit leistet, ohne großes Aufsehen zu erregen – wer sieht sie?

Traurig, wenn diese Scheuklappen kommerzieller Natur sind – denn gerade hier gäbe es viel zu entdecken. Wer sind diese Menschen, die den tagtäglichen Griff ins Regal überhaupt ermöglichen? Wer berichtet über diese Betriebe, die nichts Außergewöhnliches produzieren, sondern einfach nur hochwertige Rohstoffe und Lebensmittel für den täglichen Lebensbedarf herstellen? Wer spricht mit dieser „landwirtschaftlichen Mittelschicht“ und macht diese für euch sichtbar? Wann bekommt diese tägliche, unaufgeregte, disziplinierte Landwirtschaft wieder Aufmerksamkeit? So unsichtbar, still und verborgen diese Form der Landwirtschaft scheint, so präsent ist sie jeden Tag in eurem Kühlschrank. Wir alle sind mehr Landwirtschaft als wir denken!

Was uns Bewegt

Lasst uns mal die Butter klären…

Butter ist eines der wunderbarsten, wohlschmeckendsten und sinnlichsten Lebensmittel überhaupt.

Wird sie bei niedriger Temperatur langsam geschmolzen, der entstehende Schaum aus Eiweiß abgeschöpft und das gesamte Wasser zum Verdampfen gebracht, bleibt ein goldgelbes, weiches Fett über, das sehr lange haltbar bleibt.

Butter ist ein reines Naturprodukt, welches nur natürliche Vorgänge und Zeit benötigt, um zum goldenen Juwel Butterschmalz zu werden. Es:     

  • fördert die Resorption von fettlöslichen Vitaminen A, D, K und E
  • liefert reichlich Vitamin A:  ein Esslöffel (15 g) deckt rund 15 % des Tagesbedarfs
  • ist leicht verdaulich
  • ist frei von Laktose
  • enthält kein Milcheiweiß
  • ist ideal zum Frittieren und Backen

Butterschmalz gehört zu den ältesten Lebensmitteln in der Menschheit überhaupt. In der ayurvedischen Küche wird Butterschmalz auch Ghee genannt und gilt in der Heilkunde des Ayurveda als Lebenselixier. Es regt die Verdauung an, wirkt zellreinigend, fördert Heilungsprozesse im Körper und stärkt die Immunkraft. Diese wertvolle Essenz ist für die körperliche und geistige Gesundheit hochgeschätzt.

Wer behauptet: “Wir können uns die Butter nicht mehr leisten“, hat den Wert dieses Lebensmittels nicht verstanden.

Die Wertschätzung über das Lebensmittel Butter kommt mit dem Wissen darüber. Wenn Milch, Käse, Butter und Butterschmalz in den Geschäften verramscht und zum billigen Lockmittel degradiert wird, ist das eine Verhöhnung derer, die diese Lebensmittel produzieren.

Billig können wir uns nicht leisten und wer billig kauft, zahlt doppelt. Jede Kaufentscheidung definiert: wie, wo und unter welchen Bedingungen die Butter produziert wird. Wir genießen die gepflegte Kulturlandschaft und fordern höchste Tierwohlstandards, um dann beim Einkauf die billigste Butter zu kaufen.

Herr und Frau Österreicher geben ca.  14 % ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Vor noch nicht allzu langer Zeit musste man noch ca.  40% des monatlichen Verdienstes für Lebensmittel ausgeben. Bäuerinnen und Bauern leisten einen Mehrwert, der billig nicht leistbar ist. Denn für die viel zitierte kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft steht sehr viel auf dem Spiel.

Es ist auch keine Übertreibung, es ein Spiel auf „Sein oder Nicht-Sein“ zu nennen. Alles geklärt!?

Was uns Bewegt

Goldene Zeiten für das Ei…

…vom Alltagsgut zum Luxusartikel

Eier gehören zu den vielseitigsten Lebensmitteln der Welt – nahrhaft, wandelbar und in fast jeder Küche unverzichtbar. Doch was noch vor wenigen Monaten selbstverständlich war, ist heute eher knapp verfügbar. Weltweit steigen die Preise, Lieferengpässe nehmen zu, und die Produktionsbedingungen geraten unter Druck.

Hat das Ei das Zeug zum Luxusgut?

Während Diamanten in Vitrinen funkeln, knurrt der Magen. Denn Luxus macht nicht satt – das Ei aber schon. Es kommt von jenen, die mit der Hand arbeiten, auf dem Feld, im Stall. Handarbeit wird beklatscht, aber nicht bezahlt. Die Bäuerin, der Handwerker, die Pflegerin – sie alle tragen das Fundament dieser Gesellschaft. Doch ihr Wert misst sich nicht in Zahlen, sondern in der Notwendigkeit – und genau das macht sie unsichtbar in einer Welt, die nur den Glanz sieht.

Diese Entwicklung wirft Fragen auf – nicht nur nach Preis und Verfügbarkeit, sondern auch nach Herkunft und Haltung. Denn wer über die Zukunft des Eis spricht, muss über Tierwohl, bäuerliche Strukturen und faire Wertschöpfung reden.

Wir sagen: Ohne Herkunft, keine Zukunft.

Nur wenn wir die bäuerliche Produktion wertschätzen und stärken, sichern wir langfristig die Qualität, Nachhaltigkeit und Versorgung mit Lebensmitteln wie dem Ei. Gemeinsam machen wir sichtbar, was oft übersehen wird: Die Herkunft entscheidet über die Zukunft – auch beim Ei.

Was uns Bewegt

Gedanken zum…

Gedanken zum Weltmilchtag

In Österreich ist rund die Hälfte der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche Grünland.

Nur die Kuh und andere Wiederkäuer können Gras in Milch aber auch in hochwertiges Fleisch verwandeln und ganz nebenbei eine Kulturlandschaft entstehen lassen, die hochgelobt und viel geschätzt ist.

Professor Windisch (TU München) betont immer wieder, dass Wiederkäuer wie Kühe in der Lage sind, Nährstoffe aus für den Menschen unverwertbarer Biomasse – etwa Gras, Heu oder Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung, in hochwertige Lebensmittel umzuwandeln.

Gerade in Regionen mit hohem Grünlandanteil, wie in großen Teilen Österreichs und Süddeutschlands, ist diese Fähigkeit essenziell. „Die Kuh ist kein Nahrungskonkurrent des Menschen“, so Windisch, „sondern ein Veredler von Rohstoffen, die wir sonst nicht nutzen könnten.“ Damit trägt die Milcherzeugung zur Ernährungssicherung bei, ohne auf Ackerflächen zuzugreifen, die für der Anbau menschlicher Nahrung besser geeignet wären.

Auch der Wirtschaftswissenschaftler Peer Ederer, der sich intensiv mit globaler Ernährungssicherheit beschäftigt, verweist auf den hohen Nährwert tierischer Produkte wie Milch im Verhältnis zu ihrem ökologischen Fußabdruck. In einem globalen Ernährungssystem, das sowohl nachhaltig als auch nährstoffreich sein muss, kommt tierischen Produkten, laut Ederer, eine Schlüsselrolle zu – besonders, wenn sie effizient und lokal erzeugt werden.

Milchprodukte spielen hier eine doppelte Rolle: Sie bieten nicht nur Zugang zu essentiellen Nährstoffen, sondern tragen zur wirtschaftlichen Stabilität ländlicher Regionen bei, fördern Biodiversität durch extensive Weidewirtschaft und stärken regionale Wertschöpfungsketten.

Jede Kaufentscheidung definiert: wie, wo und unter welchen Bedingungen Milchprodukte produziert werden!

Betrachtet man den österreichischen Milchmarkt im Ganzen – also inklusive Importen, Exporten und verarbeiteten Produkten wie Käse oder Butter – liegt der tatsächliche Selbstversorgungsgrad lediglich bei 112 bis 115 %. Ein Blick in den Jahresmarktbericht 2023 (Quelle: AMA, Stand 2024 noch nicht verfügbar) zeigt zudem: In Österreich wurden rund 48.000 Tonnen Butter verbraucht, aber nur etwa 34.000 Tonnen produziert. Das bedeutet, dass täglich rund 1,6 LKW- Ladungen Butter importiert werden müssen, um den Bedarf zu decken. Oftmals wird für den Selbstversorgungsgrad bei Milch aber der Wert von Trinkmilch herangezogen. Diese Zahl von über 170% ließe den Schluss zu, dass in Österreich viel zu viel Milch produziert würde. Die oben genannten Zahlen machen jedoch deutlich, dass der vermeintliche Überschuss tatsächlich nur ein kleiner Puffer punkto Selbstversorgungsgrad ist!